Tipps für Anfänger

Der erste Aufguss: Was dich erwartet

Warum alle zur vollen Stunde in eine Sauna strömen, was ein Saunameister eigentlich macht – und wie du den ersten Aufguss entspannt übersteht.

Der Aufguss ist das Herzstück der deutschen Saunakultur. Für Anfänger ist er gleichzeitig der Moment mit den meisten ungeschriebenen Regeln – und genau deshalb der, vor dem die meisten kurz zögern. Zu Unrecht, wenn man ein paar Dinge weiß.

Was ein Aufguss eigentlich ist

Ein Saunameister gießt Wasser, meist mit ätherischen Ölen, auf die heißen Steine und verteilt den Dampf mit einem Handtuch oder Fächer im Raum. Die gefühlte Temperatur steigt spürbar, und die Hitze kommt in Wellen, sobald das Handtuch geschwungen wird.

Das Ganze dauert meist acht bis zwölf Minuten. Nicht länger – aber intensiv genug, dass man danach genau weiß, warum man abkühlt.

Ankommen: Pünktlich, nicht perfekt

Während des Aufgusses wird die Tür nicht mehr geöffnet. Wer zu spät kommt, wartet auf den nächsten – also lieber zwei, drei Minuten vorher da sein. Ein kurzer Gang unter die Dusche davor schadet nicht, dann kommt man frisch in die volle Kabine.

Mehr braucht es zur Vorbereitung nicht. Der Rest ergibt sich.

Drinbleiben: Die einzige Ausnahme von der Freiwilligkeit

Sonst gilt in der Sauna immer: Wenn es zu viel wird, geht man raus. Beim Aufguss ist das die eine Situation, in der frühes Gehen unüblich ist – eine offene Tür ruiniert die Hitze für alle.

Aber: Wenn es dir wirklich nicht gut geht, gehst du trotzdem. Gesundheit schlägt Etikette, ausnahmslos. Der einfache Trick für den Anfang: unterste Bank, in Türnähe. Da ist es am mildesten, und der Weg nach draußen ist kurz.

Die Auswahl: Nicht jeder Aufguss ist für den Anfang

Ein Blick auf den Aufgussplan am Eingang lohnt sich, denn die Unterschiede sind größer, als man denkt:

  • Gut für Einsteiger: klassische Duftaufgüsse wie Zitrus, Lavendel oder Birke in mittelheißen Saunen.
  • Erstmal auslassen: alles mit „Ice“, „Inferno“, „Wenik“ oder drei Flammen-Symbolen. Das sind Intensiv-Aufgüsse für Erfahrene.
  • Besonders schön: Aufgüsse mit Beigaben, etwa Fruchtspießen oder Eis danach. Ob eine Anlage sich diese Mühe macht, ist genau so ein Detail, das wir in unseren Reviews festhalten.

Der Ablauf, Schritt für Schritt

  1. Kurz vor der Zeit hingehen und einen Platz suchen – unten ist milder.
  2. Der Saunameister stellt den Duft kurz vor und schließt die Tür.
  3. In mehreren Runden kommt Wasser auf die Steine, dann wird die Hitze verwedelt. Zwischen den Runden gibt es kurze Pausen.
  4. Am Ende ein kurzes Klopfen auf die Bank oder Klatschen – dann geht es raus zum Abkühlen.

Der wichtigste Gedanke zum Schluss

Erwarte nicht, dass du beim ersten Mal bis zum Ende sitzt. Und mach kein Drama daraus, wenn du früher gehst.

Jeder in dieser Kabine hatte irgendwann seinen ersten Aufguss. Und niemand schaut so genau hin, wie du im Moment glaubst.